Am 15 Januar 2012 hat Juan Angel Navarro die Komposition "Sinfonía del Atlántico Sur" ("Südatlantik-Sinfonie") zu Ehren der Opfer des Malvinas-Krieges 1982 abgeschlossen. Die Texte der Chor- und Sologesänge entstammen der Feder des argentinischen Dichters und Kriegsveteranen Gustavo Caso Rosendi, dessen dichterisches Antikriegswerk "Soldados" ("Soldaten") 2009 durch das argentinische Bildungsministerium im Rahmen seines Programms "Bildung und Erinnerung" veröffentlicht wurde.
Im 2010 hat Juan Angel Navarro die Komposition eines von der international ausgezeichneten argentinischen Dichterin Erna A. Lengert in Auftrag gegebenen Kammerensemble-Septetts abgeschlossen. Es handelt sich um einen Liederzyklus für Sopran, Piano und Streichquintett mit Texten von Erna A. Lengert aus "Elegías a Jorge Luis Borges" ("Elegien an Jorge Luis Borges") zu Ehren des großen argentinischen Schriftstellers.
SEPTEMBER 2010, KONZERTREISE NACH ARGENTINIEN MIT "ODE AN MARTIN FIERRO", GEFÖRDERT VON DEM ARGENTINISCHEN KULTURMINISTERIUM
_ODE AN MARTIN FIERRO
Kantate von Juan Angel Navarro, geb. 1975
Zum Gedenken an das 200-jährige Bestehen der Republik Argentinien, 1810-2010
Das Werk "ODE AN MARTIN FIERRO"
Das Werk "ODE AN MARTIN FIERRO" ist eine für Kammerensemble und drei lyrische Sänger komponierte, ca. 1-stündige Kantate mit Texten aus dem argentinischen Epos "Martín Fierro", Teil I und II.
Das Ensemble besteht aus insgesamt 10 Musikern und steht unter der Leitung des Komponisten selbst: drei Violoncelli, zwei klassische Gitarren, Klavier, Kontrabass, Sopran, Mezzosopran und ein Bariton (singt die Hauptrolle "Martín Fierro").
In der Komposition verschmelzen die Schroffheit der Gaucho-Sprache des "Martín Fierro" mit dem vielfältig entwickelten, lyrischen Gesang und den Eigenschaften und Feinheiten einer mit den Werkzeugen der klassischen Musik erschaffenen Komposition, die die typischen Nuancen der argentinischen Folklore stolz und voller Respekt erstrahlen lässt.
Textinhalt:
In den über siebentausend Versen seines Werkes schildert der Poet José Hernández (1834-1886) die Realität des Gauchos, in seinem historischen Moment am Ende des 19. Jahrhunderts. Martín Fierro ist ein tragischer Held. Er steht am Ende der Übergangszeit zu einer neuen argentinischen Nation. Fierro wird zwangsrekrutiert und zur Grenze befohlen, um dort gegen den Indio zu kämpfen. Von Heim, Frau und Kindern getrennt endet er in einem Grenzfort, wo er Entbehrungen, Gewalt, Ausbeutung und Ungerechtigkeit erleidet. Er desertiert und wird von der Justiz verfolgt. Die Flucht und der Kampf um seine bereits für immer verlorene Freiheit werden tragischer Bestandteil seines Lebens.
José Hernández erlebt den Niedergang des Gauchos. In seiner poetischen, teils auch realistisch grausamen Schilderung wird das Leben aller zeitgenössischen Gauchos Argentiniens beispielhaft beschrieben. Das Epos spiegelt die katastrophalen Folgen für die einst freien Menschen durch das gewaltsame Eindringen der Zivilisation mit Säbel und Feuer wider.
Die CD "ODE AN MARTIN FIERRO" wurde im September 2010 von der Plattenfirma IRCO in Argentinien veröffentlicht.
"Angesichts der unmittelbaren und unermesslichen Inspiration, die Hernández mit seinem großartigen Werk "Martín Fierro" entzündet hat, bin ich als Komponist von der Obsession gepackt worden, im Zuge eines drängenden und gewaltigen kreativen Impulses eine Musik zu schreiben, die die Größe und Feierlichkeit widerspiegeln sollte, die einem so bedeutenden und großen Werk gebührt.
Dieses Ziel habe ich nicht als Herausforderung gesehen, sondern als Verpflichtung, da ich die überwältigende Musik, die die Strophen des "Martín Fierro" in sich bergen, bei der Lektüre der Verse sofort in meinem Innern hören konnte - wie ein entferntes Echo und voller Hingabe.
Mit meinem Werk möchte ich das Anliegen von Hernández weiterführen: Dem Publikum (sowohl dem ausländischen, als auch dem argentinischen, das das Werk von Hernández nicht kennt) die aufwühlende Geschichte des Martín Fierro, d. h. die Geschichte der Gauchos des 19. Jahrhunderts, näherzubringen - eine Geschichte, die zugleich vom Verlust der Freiheit, die Opfer des Fortschritts der modernen Zivilisation wird, sowie der Geburt der unbeugsamen Wesensart berichtet, die sich später in das charakteristische argentinische Volksgefühl verwandeln sollte."
Juan Angel Navarro